Katzen gehörten bereits zur Welt der alten Römer. Neben ihnen lebten in vielen Haushalten auch Hunde, Tauben, Elstern, Dohlen, Schildkröten, Kaninchen, Affen sowie Hühner und Wachteln als Haustiere.
Die Hauskatze kam vermutlich durch den Handel mit dem alten Ägypten in das Römische Reich. Auch phönizische Kaufleute und römische Soldaten trugen dazu bei, dass sie sich immer weiter verbreitete. Anfangs waren Katzen selten und wurden vor allem von wohlhabenden Familien gehalten. Gleichzeitig schätzte man sie wegen ihrer Fähigkeit, Mäuse und sogar Schlangen zu jagen.
Bevor sich die Katze durchsetzte, nutzten die Römer häufig Frettchen, Wiesel oder Schlangen, um Vorräte vor Nagetieren zu schützen. Erst ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. gewann die Hauskatze zunehmend an Bedeutung und ersetzte diese Tiere nach und nach. Auf ihren Feldzügen begleiteten Katzen außerdem römische Legionäre und halfen dabei, Lebensmittel vor Schädlingen zu bewahren.
Mit der Zeit wurden Katzen nicht mehr nur von den Patriziern gehalten. Archäologische Funde zeigen, dass sie später auch in den Haushalten gewöhnlicher Familien lebten und als geschätzte Begleiter galten. In der römischen Mythologie erscheint die Göttin der Freiheit, Libertas, gelegentlich mit einer Katze an ihrer Seite – ein Zeichen für die besondere Wertschätzung dieses Tieres.
Aus der Römerzeit sind sogar einige Kosenamen für Katzen bekannt. Dazu zählen Mussio („der Mauser“), Murilegus („Mäusesammler“) und Pilax („der Räuber“).
Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich das Bild der Katze deutlich. Aus einem seltenen und kostbaren Tier der Oberschicht wurde ein beliebtes Haustier, das in vielen römischen Familien seinen Platz fand.
Auch sprachlich hinterließ die Katze ihre Spuren. Während das lateinische Wort felis ursprünglich vor allem die europäische Wildkatze bezeichnete, entwickelte sich später der Begriff cattus für die Hauskatze. Aus diesem Wort entstand schließlich das heutige deutsche Wort „Katze“. Mit der Ausbreitung des Römischen Reiches verbreitete sich auch die Hauskatze in weiten Teilen Europas.